Zehn Tipps für bessere Urlaubsfotos

Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

Urlaubsfotos sind für mich das wichtigste und wertvollste Mitbringsel von jeder Reise. Sie helfen mir, eine Reise und ihre besonderen Momente immer und immer wieder zu durchleben. Natürlich wünscht man sich deshalb bestmögliche Erinnerungsfotos. Ärgerlich, wenn man auf die Bilder guckt, und sich jedesmal denkt: Irgendwie sah es dort besser aus. Das muss nicht sein. Hier kommen meine Tipps für bessere Urlaubsfotos.

Vorab: Ich bin keine professionelle Fotografin. Ich habe niemals gelernt, wie man richtig fotografiert. Ich halte nur wahnsinnig gerne gemeinsam mit meinem Mann unsere Reisen fotografisch fest. Was hier folgt sind also keine Tipps vom Profi, sondern Tipps von einem Laien für andere Laien.

1. Achtet auf einen geraden Horizont.

Besonders bei Landschaftsfotos ist es wichtig, dass der Horizont eine gerade Linie bildet. Künstlerische Freiheiten sind natürlich erlaubt, aber meistens achten Laien nicht bewusst darauf, ob der Horizont gerade oder schräg im Bild verläuft. Die Regel gilt analog auch für andere Linien, zum Beispiel für Gebäude. Gibt es im Bild keine horizontalen Linien, sollte man versuchen, das Bild an einer vertikalen Linie auszurichten, und diese gerade durch das Bild verlaufen lassen.Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

2. Rahmt Euer Motiv ein.

Das Meer oder der Himmel sind sehr oft beliebte Fotomotive. Auch wenn die klaren Farben für die eigenen Augen faszinierend erscheinen, ist ein Bild, auf dem man nichts außer Wasser oder den blauen Himmel sieht, am Ende oft langweilig. Häufig reicht es, das Motiv leicht einzurahmen. Das kann zum Beispiel gut mit einem Baumzweig, einer Palme, oder einem Hausdach funktionieren.Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

3. Platziert Euer Motiv nicht ganz mittig.

Viele von Euch haben vielleicht schon einmal vom goldenen Schnitt gehört. Der Goldene Schnitt bezeichnet eine bestimmte Aufteilung, die in der Fotografie und allgemein in der Kunst häufig angewendet wird. Bei einem Querformatfoto bedeutet das konkret, dass man einen imaginären Strich zieht, der bei 38,2 Prozent der langen Seite vertikal durch das Bild verläuft. Genauso kann man dieses System natürlich auf Hochformatfotos anwenden, nur dass der imaginäre Strich hier horizontal verläuft. In einfachen Worten: Platziert Euer Motiv ein gutes Drittel vom Rand entfernt. Ob vom linken, rechten, oberen oder unteren Rand aus entscheidet die jeweilige Fotosituation.Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

4. Alternative: Platziert Euer symmetrisches Motiv exakt mittig.

Bei sehr symmetrischen Motiven wirkt es in der Regel schöner und ansprechender, wenn das Motiv genau mittig fotografiert wird. Dieses Motiv kann ein Mensch sein, der vor oder in einem symmetrischen Objekt posiert, oder auch ein symmetrisches Bauwerk oder Naturphänomen für sich. Durch das Fotografieren von der Mitte spiegelt das Endergebnis die Symmetrie des Motives perfekt wieder. Nehmt Euch hierfür ruhig etwas Zeit, um den richtigen Bildausschnitt zu finden.Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

5. Wartet auf den perfekten Moment.

Die große Palme am Strand sieht einfach toll aus. Schade nur, dass genau im Bildausschnitt gerade zwei Urlauber Muscheln sammeln. Wagt es bloß nicht, jetzt abzudrücken! So verführerisch es auch manchmal erscheinen mag, schnell auf den Auslöser zu drücken und dann weiterzugehen: Tut es nicht. Wartet die paar Minuten ab, bis der Strand wieder schön leer ist. Es lohnt sich. Manche Motive verlieren durch Passanten einfach ihre Wirkung. An dem aus Ungeduld schnell geschossenen Foto hat man im Nachhinein bestimmt keine Freude mehr. Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

6. Wechselt die Perspektive.

Eine neue Perspektive kann manchmal Wunder bewirken. So wird aus einem Standardfoto, das schon tausende Urlauber zuvor aufgenommen haben, schnell ein echter Hingucker. Manchmal reicht es, auf eine Bank oder eine kleine Mauer zu steigen. Bei Wassermotiven kann es interessant aussehen, die Kamera nah über die Wasseroberfläche zu halten. Ein schöner Strand lässt sich auch gut durch Palmenblätter fotografieren. Probiert verschiedene Perspektiven aus, und Ihr werdet sicherlich einige außergewöhnliche und sehenswerte Fotos erhalten.Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

7. Verbiegt Euch.

Beim Fotografieren gilt eigentlich immer: Die bequemste Position ist nicht die beste. Solltet Ihr also Eure Fotos bisher locker aus der Hüfte fotografiert haben, ohne den Schritt zu verlangsamen, dann solltet Ihr das in Zukunft besser ändern. Für ein gutes Foto muss man sich einfach ab und an hinknien, auf den Boden legen, durch Dickicht schlagen, oder einen Felsen erklimmen. Es mag im Urlaub verführerisch erscheinen, schnell im Vorbeigehen auf den Auslöser zu drücken. Unter Garantie werden die Ergebnisse dann aber nicht als Vergrößerung an den heimischen Wänden landen.Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

8. Taucht ab.

Unterwasserfotos erlauben ganz neue Perspektiven. Ein Urlaub wird häufig zu großen Teilen im Wasser verbracht, deshalb sollte dieser Bereich auch auf den Erinnerungsfotos unbedingt festgehalten werden. Für Unterwasserbilder braucht man nicht zwangsläufig teure Unterwasserkameras. Mittlerweile gibt es sehr viele, sehr gute wasserdichte Hüllen für Kameras oder Smartphones, mit denen man getrost abtauchen kann. (Sehr gute Erfahrungen habe ich mit diesen Taschen gemacht.) Auch hier gilt wieder: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Sehr interessante Effekte kann man zum Beispiel auch erzielen, indem man die Kamera halb unter und halb über Wasser hält.Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

9. Spielt mit den Kamera-Einstellungen.

Eure Digitalkamera – egal ob Kompakt-, Bridge- oder Spiegelreflexkamera – hat nicht ohne Grund unzählige Einstellungsmöglichkeiten. Viele Hobbyfotografen trauen sich nicht, diese auszuprobieren, aus Angst die Kamera für immer und unwiderruflich zu verstellen. Hier ist falsche Scheu unangebracht, denn den Automatikmodus kann man nicht verstellen. In diesen lässt sich die Kamera immer wieder – meistens durch einen Drehknopf – zurückstellen. Andere Modi an der Kamera, zum Beispiel den Kreativmodus, sollte man deshalb ruhig nutzen. Der Vorteil an der Digitalfotografie ist, dass man, anders als zu Analog-Zeiten, misslungene Bilder ganz einfach löschen kann. Deshalb spielt mit den Einstellungen, und probiert alles aus – insbesondere in schwierigen Lichtsituationen, in denen die Automatik nicht das einfangen kann, was man sich wünscht. Manchmal stößt man dabei auf wahre Schätze.Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastisch

 10. Erhöht die Sättigung.

Die Sache mit der Sättigung ist eine leichte Geschmacksfrage. Ich selbst finde, dass Urlaubsfotos meistens von den lebendigen, kräftigen Farben leben. Die Kamera kann die Farben oft nicht auf Anhieb so kräftig einfangen, wie sie wirklich sind. Für schöne Bilder reicht es schon oft, die Sättigung zu erhöhen. Das könnt Ihr manchmal direkt an der Kamera (oft gibt es hier einen speziellen Modus, der einen Namen wie „expressiv“, „lebendig“ oder „kräftig“ trägt), oder in der Nachbearbeitung. Die Nachbearbeitung funktioniert zum Beispiel sehr einfach und kostenlos mit der Fotobearbeitungssoftware GIMP, oder am Mac mit iPhoto. Mit dem iPhone kann man Fotos auch direkt mit wenigen Handgriffen nachbearbeiten, und so die Sättigung erhöhen (Foto aufrufen und „bearbeiten“ wählen, dann das runde Regler-Symbol mittig rechts nutzen). Oft reicht am iPhone auch schon der Fingertipp auf den Zauberstab, denn dieser intensiviert die Farben. Ich bin mir sicher, dass auch andere Smartphones dazu in der Lage sind, nur leider kenne ich mich mit diesen nicht aus.Tipps für bessere Urlaubsfotos - Reiseblog ferntastischDie Tipps helfen Euch hoffentlich dabei, Eure Urlaubsfotos in Zukunft mit noch mehr Begeisterung durchzugucken. Auf dass Ihr Eurer Familie nie wieder mit den einleitenden Worten „Auf den Bildern sieht man nicht, wie es dort wirklich aussah.“ Eure Urlaubsalben zeigen müsst. Viel Spaß beim Füllen der Speicherkarten!

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10 Kommentare

  1. the travelogue

    Sehr gute Tipps dabei Janina!! Nummer 7 kennen wir nur zu gut. 😀 Eigentlich müssten man sich selbst auch mal beim Verbiegen fotografieren 😉
    Lieben Gruß
    Anna & Vanessa

    Antworten
  2. JaninaJanina (Beitrag Autor)

    Danke Euch! Haha, ja bitte! Nächstes Mal sollten die Verrenkungen unbedingt auch fotografisch festgehalten werden. 😉

    Liebe Grüße!

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  3. Sissi von Travel Mart TM

    Schöne Tipps! Ich weiß das ja alles, nur nicht, wenn ich fotografiere. Ich sollte mir die Überschriften mal ausdrucken und an die Kamera kleben 🙂

    Liebe Grüße,
    Sissi

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Im Idealfall könnte man sich im Sucher der Kamera anstatt Gittern und Punkten auch ermahnende Erinnerungen einstellen. 😉

      Liebe Grüße!

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  4. Genuss Touren

    Hallo Janina,

    sehr gute Tipps. Da mir Punkt 1 mit meiner alten Kamera oft Schwierigkeiten gemacht hat, war ich ganz glücklich, als ich die Rotierfunktion von Gimp entdeckt habe. Da konnte ich noch ein paar Schätze vor dem Delete löschen.

    Viele Grüße

    Daniela

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  5. Sabine

    Ganz tolle Tipps!! Teile ich auch gerne auf der Facebookseite Reisekladde. Vielen Dank!

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  6. Uta

    Hallo! Danke für die Tipps und die tollen Beispielfotos – Sehnsucht! Nur zu Punkt 5 eine Anmerkung: nicht immer stören (fremde) Menschen im Bild. Manchmal ergeben sie einen tollen Referenzpunkt, etwa für Persepktive oder Ausmaße eines Bauwerks. Und leider ist es an Touri-Highlights oft so überfüllt, dass es einfach nicht ohne Menschen geht. 🙂

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Hallo Uta!
      Das stimmt natürlich. Manchmal machen die Menschen erst das Bild. Ich meinte damit eher die Bilder aus der Kategorie „Einsame Spuren im Sand“ oder „Palme im Wind“. 😉
      Liebe Grüße!

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  7. trailor85

    Alles Angeber, die mit schweren Kamera und einem Teleobjektiv nur fotografieren. Dann brauchen sie noch 5 Minuten um ihre Freundin zu fotografieren. Eine Kompaktkamera, die auch noch filmen kann, wie die POWER SHOT SX 230 reicht völlig.– Ein PC-Programm, um Farben/Sättigung zu verändern, braucht man nicht. Wichtig ist aber ein Programm zum Schneiden! Warum soll auf dem Bild auch 50 % Asphalt zu sehen sein?

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Ich finde schon, dass eine gute Ausrüstung oft Sinn macht. Manches bekommt man mit einer Kompaktkamera einfach nicht hin. Aber das ist sicherlich auch Ansichts- und Geschmacksache. Und für mich persönlich sind sowohl das Schneiden wie auch gelegentliche Farb-/Licht-/Kontrastanpassungen wichtig. Das ist ja das Schöne an digitaler Fotografie, dass man auch noch im Nachhinein das Optimum aus den Bildern herausholen kann.

      Antworten

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