Schluss mit dem Touristen-Bashing: Sind wir nicht alle stinknormale Touris?

Tourist oder Reisender - Reiseblog ferntastisch

Kennt Ihr sie? Die vielen Fotos mit Sprüchen, die Tag für Tag auf Facebook und Instagram grasieren, in denen definiert wird, was einen Touristen von einem Reisenden unterscheidet? Meistens sind die Sprüche auf Englisch, so dass dann von „tourists“ und „travelers“ die Rede ist. Der Inhalt ist aber immer irgendwie derselbe: Reisende sind toll, Touristen sind Idioten.Tourist oder Reisender - Reiseblog ferntastisch

Gut, diese Darstellung ist vielleicht etwas überspitzt. Aber diese Sprüche und das kontinuerliche Touristen-Bashing nerven mich. Ich gehe sogar noch weiter: Die Überheblichkeit der vermeintlichen Reisenden nervt mich.

Wenn man sich die Definition des Wortes „Tourist“ bei Google ansieht, stellt man fest: „Ein Tourist ist jemand, der als Urlauber ein Land besucht.“ Wer es noch genauer wissen möchte, liest sich die Definition der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen durch: „Touristen sind Personen, die zu Orten außerhalb ihres gewöhnlichen Umfeldes reisen und sich dort für nicht mehr als ein Jahr aufhalten aus Freizeit- oder geschäftlichen Motiven, die nicht mit der Ausübung einer bezahlten Aktivität am besuchten Ort verbunden sind.“Tourist oder Reisender - Reiseblog ferntastisch

Fakt ist also: Sobald ich in ein anderes Land reise, um dort für einige Tage, Wochen, oder Monate zu bleiben, und keinen bezahlten Job am besuchten Ort ausübe, bin ich ein Tourist. Und nein, ein ortsunabhängiger Job, der es einem ermöglicht, auch auf Bali, Sardinien oder Cozumel Emails zu beantworten, Angebote zu schreiben, Fotos zu bearbeiten, und Texte zu verfassen, sorgt nicht automatisch dafür, dass man aus dem Touristen-Raster herausfällt.

Warum also bestehen so viele darauf, dass sie keine Touristen, sondern Reisende sind? Weil auch hier ein typischer Fall von Schubladen-Denken vorliegt: Touristen sind in den Augen vieler diejenigen, die in eine All-inclusive-Anlage fliegen, diese 14 Tage lang nicht verlassen, und dann mit einem ordentlichen Sonnenbrand, drei Kilos Bauchfett mehr, einer zweistelligen Anzahl von Shampoo-Fläschchen aus dem Hotel, und einem lustigen Strohhut in die Heimat zurückkehren.Tourist oder Reisender - Reiseblog ferntastisch

Momentan ist es im Trend, viel und vor allem individuell zu verreisen. Seine Kollegen, Freunde und Verwandte kann man schon lange nicht mehr mit einem zehntägigen Urlaub auf Teneriffa beeindrucken. Dafür muss heutzutage schon mindestens der dreiwöchige Trip durch Laos und Kambodscha her, am Besten mit Übernachtungen in Klöstern. Ich bin da ja selbst nicht anders. Italien, Spanien und Portugal reizen mich schon lange nicht mehr. Weit weg muss es sein, und bitte exotisch. Trotzdem sind meine Trips genau das, was viele Reisende sicherlich in die Kategorie typisch touristisch einordnen würden: Ich reise mit dem Koffer, buche alle Übernachtungen im Voraus (und diese bevorzugt in Vier- bis Fünf-Sterne-Häusern), bewege mich vor Ort mit dem Taxi oder in sicheren Ländern mit dem Mietwagen voran, und halte mich praktisch nie an abgelegenen, in keinem Reiseführer zu findenen Orten auf, sondern in der Regel dort, wo auch viele andere Urlauber verkehren.

Wenn ich die Wahl habe zwischen einem leicht überteuerten Restaurant direkt an der Strandpromenade, das häufig von Touristen besucht wird, und einem schwer zu erreichenden aber sehr günstigen und nur von Einheimischen besuchten Restaurant, das fantastisches Essen serviert, wird meine Wahl wohl auf die Touristen-Bude fallen. Meine Gedankengänge dazu mögen zwar völlig irrsinnig und neurotisch erscheinen, aber für mich erscheinen sie dennoch logisch: Wenn ich in ein Restaurant gehe, in dem sonst nie Touristen verkehren, rechnet man dort nicht mit mir. Da ich selbst die Landessprache nicht beherrsche, außer sie ist zufällig Englisch oder Spanisch, werde ich also wahrscheinlich auch die Speisekarte nicht verstehen. Natürlich kann ich nicht erwarten, dass der Kellner oder sonstige Mitarbeiter eine der Sprachen sprechen, die auch ich kann. Also werde ich nicht wissen, was ich mir bestellen soll. Vielleicht nimmt der Kellner es mit Humor. Vielleicht versetze ich ihn dadurch aber auch in eine unangenehme Lage. Vielleicht schmeckt mir mein auf gut Glück bestelltes Essen. Vielleicht enthält es aber auch Koriander, Lamm, oder eine der anderen (wenigen) Zutaten, vor denen ich mich ekle. Vielleicht freuen sich die anderen Restaurantbesucher darüber, ein neues Gesicht zu sehen. Vielleicht sind sie aber auch genervt davon, dass die Touris jetzt auch schon ihre Lieblingskneipe einnehmen. Das kann man jetzt gerne auf beliebige andere Orte und Lokalitäten anwenden.Tourist oder Reisender - Reiseblog ferntastisch

Während andere Reisende um jeden Preis typische Touri-Orte meiden, ist es bei mir eher umgekehrt: Eben weil ich mich als Touristin sehe, weiß ich, dass ich im besuchten Land zu Gast bin. Als Gast will ich nur ungern unangenehm auffallen. Dazu gehört, dass ich als Touristin nicht in Lebensbereiche der Einheimischen eindringe, in denen ich nichts zu suchen habe. Das mag Quatsch und völlig übertrieben sein, und ich weiß, wie freundlich einem in der Regel auch außerhalb der Touristenpfade begegnet wird. Trotzdem mache ich es nicht gerne. In jeder Gegend gibt es Orte, die mehr oder weniger häufig von Touristen frequentiert werden. Daran haben sich über die Jahre meistens auch die Einheimischen gewöhnt. Für mich ist es in gewisser Weise auch eine Sache der Höflichkeit, mich in einem Land, in dem ich zu Gast bin, an diese über die Jahre etablierten Gepflogenheiten zu halten.

Sicherlich kann man auch in die andere Richtung argumentieren, und es falsch finden, immer nur diejenigen zu unterstützen, die das Glück haben, an den Touristen-Hotspots ihre Läden, Hotels und Restaurants zu haben. Ich sage auch nicht, dass man die Orte abseits der Touristenpfade meiden sollte wie der Teufel das Weihwasser. Und noch weniger will ich behaupten, dass meine Art zu reisen die richtige ist. Aber mich kann niemand damit beeindrucken, der voller Stolz damit prahlt, während seiner Reise nur dort gewesen zu sein, wo er unter Garantie keinen Touris über den Weg laufen musste.Tourist oder Reisender - Reiseblog ferntastisch

Für mich ist das Wort „Tourist“ kein negativ behaftetes Wort. Ich bezeichne mich gerne als Touristin. Warum auch nicht? Wem will ich denn etwas vormachen? Trotzdem möchte ich mich beim folgenden Vorwurf gerne mit einschließen:

Ich finde, wir, die wir uns selbst – egal ob selten, ständig, oder immer mal wieder – für den Touristen um Welten überlegene Reisende halten, sollten ganz dringend und schnell von unserem hohen Ross steigen. Fragen wir doch mal die Nepalesen, Mexikaner oder Philippiner, ob es für sie irgendeinen Unterschied macht, ob wir mit dem Rucksack von Hostel zu Hostel tingeln, oder ob wir uns mit einem Designerkoffer vom Taxi ins nächste Luxusresort chauffieren lassen. Ich glaube, wir alle kennen die Antwort.Tourist oder Reisender - Reiseblog ferntastisch

Nur weil man mehr als zwei Länder pro Jahr bereist, berechtigt das meiner Meinung nach nicht dazu, jeden, der Jahr für Jahr in sein Lieblingshotel in die Türkei oder nach Ägypten fliegt, abschätzig zu behandeln. Und für den Fall, dass Ihr anderen gerne vorwerft, dass sie so wie sie reisen doch gar nichts von der Welt sehen: Die Welt hat knapp 200 Staaten. Sie verteilen sich auf eine Landfläche von ungefähr 150 Millionen Quadratkilometern. Das sind 150 Billionen Quadratmeter. Wenn Ihr jetzt berechnet, wie viel davon Ihr schon gesehen habt, werdet auch Ihr wahrscheinlich auf das Ergebnis „so gut wie nichts“ kommen.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mir mit diesem Artikel Feinde mache: Diese Arroganz sollte aufhören. Denn sie ist völlig unangebracht. Auch Reiseblogger, Vielreisende und Backpacker sind Touristen. Ich sage ja nicht, dass man sich nicht als Reisenden bezeichnen darf. Aber die überhebliche Abgrenzung von Touristen muss meiner Meinung nach nicht sein.

Darüber zu diskutieren, welche Art zu reisen die wahre ist, ist ungefähr so sinnlos, wie darüber zu streiten, welche Farbe die schönste, welche Apfelsorte die leckerste, und welche Gesichtsform die attraktivste ist. Wie so oft liegt die Antwort im Auge des Betrachters.Tourist oder Reisender - Reiseblog ferntastisch

14 Kommentare

  1. Anna

    Reisen war und ist halt schon immer ein Mittel sozialer Abgrenzung. Es gab schon immer Menschen, die gereist sind, nur am Anfang war das Reisen kein Vergnügen, sondern Notwendigkeit. Mit dem Beginn des Alpinismus im 19. späten Jahrhundert wurde es zu einem Wettbewerb. Und das ist es bis heute geblieben. Modernes Reisen hat irgendwie auch was von modernem Imperialismus. Touristen sind an vielen Orten eingefallen und haben diese Orte zerstört. Wenn ich mir so manche Mittelmeer-Stadt ansehe oder auch Tourismus-Hochburgen in der Karibik oder anderswo, denke ich, es wäre für diese Orte besser gewesen, wenn nie Besucher gekommen wären.

    Deshalb mag ich die Tendenz, dass Leute sich als „wahre“ Reisende bezeichnen und nicht als „dumme“ Touristen. Auch wenn viele der selbsternannten „Reisenden“ nichts sind als ziemlich dumme Touristen, finde ich es gut, dass sie sich zumindest ansatzweise Gedanken darüber machen, dass ihre Reisen Einfluss auf die besuchten Länder haben. Ob es nun scheinheilig und oberflächlich ist oder nicht. Ich könnte mir nie vorstellen, zum Abschalten zwei Wochen in ein All-Inclusive-Hotel zu fahren, mich dort in die Sonne zu legen und nicht einmal rauszugehen. Und das finde ich auch in hohem Maße fragwürdig, weil es ein ziemliches Desinteresse gegenüber dem besuchten Land zeigt.

    Ich bin aber total bei dir: Diese scheinheilige Abgrenzung von Reisenden zu Touristen geht mir auch auf den Geist. Ganz ehrlich: Ich würde immer das Restaurant bevorzugen, in dem nicht nur Touristen sitzen. Weil ich mir ziemlich sicher bin, dass das Essen dort besser (oder zumindest nicht europäisiert) und günstiger ist und weil ich es total toll finde, mich mit Händen und Füßen zu verständigen. Aber ich finde es völlig in Ordnung, wenn jemand das nicht so sieht. Und es ist um Himmels Willen auch okay, wenn jemand sich einfach nur in die Sonne legen will. Ich werde so jemanden im Urlaub ohnehin nicht treffen. Und ich weiß ja, dass du so nicht drauf bist 😉

    Liebe Grüße!
    Anna

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Danke für die ausführliche Meinung, Anna. Auch ich finde es gut, wenn Menschen sich mit dem Thema Reisen und Tourismus auseinandersetzen. Nur stört mich – wie Du es auch nennst – die Scheinheiligkeit, der man dabei oft begegnet. Sich einen Rucksack aufzusetzen und die Touri-Hotspots zu meiden macht noch lange keinen reflektierten, bewussten Reisenden. Ich kenne so viele Leute, die absolut bewusst reisen, jede Unterkunft auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit prüfen, niemals auch nur eine Pflanze absichtlich abknicken würden, und extrem kulturell interessiert sind, und die ausschließlich in Luxus-Hotels übernachten. Auch vom Fünf-Sterne-Resorts aus kann man ein Land erkunden. Um die halbe Welt fliegen, und den Urlaub dann damit zu verbringen, am Pool zu liegen und mich zu betrinken, könnte ich auch niemals. Ich kenne Menschen, die fliegen jedes Jahr ins gleiche Hotel nach Griechenland oder in die Türkei. Sie werden dafür von vielen belächelt, aber wenn man sich näher mit ihnen unterhält, merkt man, welches unglaubliche Wissen Sie über die Region haben. Wie sehr sie diese Gegend lieben, in der sie alle Buchten, Kulturstätten und Museen im Umkreis von 300 Kilometern kennen, und in der sie in ihrer Lieblingstaverne jedes Jahr begrüßt werden wie Familienmitglieder.

      Beim Thema Verständigung bin ich leider nicht so entspannt wie Du. Ich bin da etwas neurotisch und würde am liebsten vor jeder Reise die jeweilige Landessprache lernen. Mir ist es immer schrecklich unangenehm, wenn ich mich nicht richtig ausdrücken kann und – noch schlimmer – meinen Gegenüber nicht verstehe. 🙂

      Liebe Grüße!

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  2. Oli

    Ich sehe das genauso wie Anna. Es geht darum, sich in der Menge abzugrenzen. Wohl auch, weil man irgendwie weiss, dass Tourismus grundsätzlich eine problematische Sache ist. Ich denke, beim Umdeuten, was ein Tourist und ein Traveller ist, geht es auch darum, sein eigenes Gewissen zu beruhigen.

    Nichts desto trotz würde ich Dir und auch jedem anderen empfehlen, um Touristenrestaurants tendenziell einen Bogen zu machen. Und zwar aus folgendem Grund: Jedem Restaurantbesitzer ist klar: Einheimische sind Kunden, die wiederkommen, der Grossteil der Touristen hingegen kommt ein einziges Mal und dann nie wieder. Also ist es irgendwie auch egal, ob das Essen gut ist, die Preise stimmen, ob man auf der Abrechnung noch irgendwas draufschlägt und die Bedienung freundlich ist.

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Die Sache mit dem Beruhigen des Gewissens ist ein sehr interessanter Ansatz, und erscheint mir umso wahrer, je länger ich darüber nachdenke. Das Beispiel mit den Restaurants war natürlich extra überspitzt von mir gewählt. Ich suche nicht auf Teufel komm raus nach dem am dichtesten von Touristen belagerten Lokal. Aber in solchen Situationen (zB. wenn der Hunger kommt, oder wenn ich möglichst schnell und einfach von A nach B kommen will) siegt bei mir oft schlicht die Bequemlichkeit.

      Liebe Grüße!

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  3. Sophia

    Ich finde deinen Artikel sehr gut, denn ich habe mich eigentlich in fast allen Punkten wieder erkannt! Klar reizen mich auch „exotische“ Reiseziele, aber gerne habe ich da vor Ort auch eine schöne und saubere Unterkunft. Mit einem Rucksack bin ich noch nie gereist (wollte ich aber vielleicht immer noch mal machen ;)) und ich esse auch gerne in netten Restaurants. Natürlich versuche Restaurants, die man eindeutig als Touristenfalle erkennen kann, zu meiden – aber natürlich bin ich auch schon in Fallen getappt.
    Und ich finde auch man sollte absolut Niemanden verurteilen. Wenn Jemand gerne jedes Jahr in das gleiche Hotel in die Türkei fährt, dann ist es ja sein gutes Recht. Viele Menschen haben einfach nicht so viel Freude, oder auch einfach keine Zeit dafür stundenlang vor dem Computer zu sitzen und tolle Reiserouten und Hotels rauszusuchen. Es wäre ja auch schlimm wenn auf einmal alle Menschen nur noch Individualreisen machen würden. Ich persönlich fahre zum Beispiel auch jedes Jahr nach Mallorca – jeder „Weltreisende“ würde bei dem Gedanken auch die Hände überm Kopf zusammen schlagen. Aber mir gefällt es dort. Ich liebe die Insel und probiere aber neben der normalen Routine, immer neue Sachen vor Ort zu entdecken. Und obwohl ich die Touri Insel Malle so sehr mag, versuche ich trotzdem jedes Jahr eine Fernreise an einen fremden und neuen Ort zu planen. Daran sieht man, es ist auch beides möglich.
    Vielen Dank für diese wirklich tollen Gedanken!!
    Liebe Grüße
    Sophia

    Antworten
    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Danke für Deine Meinung, Sophia. Ich finde auch, dass bei Reisen Klischees fehl am Platz sind, und finde, jeder sollte genau so reisen, wie es ihm gefällt. Eine Bedingung gibt es für mich: Kultur und Natur des Ziellandes sollten respektiert werden.

      Viel Spaß wünsche ich Dir weiterhin bei Deinen Reisen – insbesondere auch auf der tollen Insel Mallorca.

      Liebe Grüße!

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  4. Christian

    Hey aus der spanischen Sonne.:-)
    Gerade hab ich in der Sonne, am Pool unseres kleinen Hotels hoch über Malaga,deinen interessanten Artikel gelesen.Unsere Tochter schwimmt gerade im Pool der seit Tagen nur für uns ganz allein da ist…
    Hotel ist weit weg vom Tourigetümmel in einer Villengegend von Malaga. Drei Sterne aber malerisch und familiär.
    Ich mag eigentlich auch diese hohen Hoteltower wie sie in Miami z.B. stehen.
    Vielleicht etwas unpersönlich hier und da. Professionelle Freundlichkeit, nett und schick. Sehr schick oftmals.
    Aber dies familiäre wie gerade hat eben auch etwas.
    Malaga, sicher ein typischer, wenn auch schöner Ort an der Costa del Sol. Viele Hotels in Strandnähe, die dieses Gefühl vermitteln von Touristenort, das der eine eben mag und der andere weniger.
    Wir hatten dies auch schon in der Vergangenheit, fühlten uns wohl und hatten Spaß.Es kommt aus meiner Sicht auch darauf an was man daraus macht. Ein Auto finden wir dabei enorm wichtig. Um auch mal all dem zu entfliehen.
    Wir mögen es, sich treiben zu lassen, unbekannten Straßen zu folgen und sich überraschen zu lassen von dem was da kommt.
    Aber ich gebe zu, ein GPS im Auto muss dann dabei sein. 🙂
    So wird es dann auch entspannt für alle.
    Erinnere mich gerade an früher. Meine Frau liest die Karte sagt rechts ich sehe sie Beschilderung und sage links…. Lustig.
    So trafen wir gerade gestern einem einsamen spanischen Ziegenhirten mit seinen zwei Hunden mitten auf einer schmalen Straße der Sierra Nevada und quasselten bestimmt zwanzig Minuten mit Händen und Füßen. Es war toll und sehr witzig.
    Ja ja, das Reisen und all die
    verschiedenen Meinungen dazu.
    Spannend deine Sichtweise.
    Na klar haben wir auch die unterschiedlichsten Erfahrungen in den typischen Tourihochburgen gemacht .Aber eben auch fern von jeglichen Touristenmassen erlebten wir die Dinge die man eben nur dann erlebt wenn man sich abseits der Hotspots bewegt. Der einsame Hirte wäre nicht unser Gesprächspartner gewesen, hätten wir nicht diese „Einsamkeit“ in den Bergen der
    Sierra Nevada gesucht.
    Kleine Straßen ohne Leitplanken, Tiefe Abgründe neben uns. Eine Stunde keinem anderem Auto begegnet. Stille um uns. Toll.
    Ich verstehe dich nur zu gut wenn es um die Bestellung im Restaurant geht. Beispiel!
    In einem kleinen Weißen Dorf vor drei Tagen in einem kleinen Restaurant. Nur spanische Karte.
    Aber ich hatte Netz 🙂 und Google Translater half uns. Nicht perfekt aber es ging. Da ist es eben hilfreich 2015 zu reisen. 1990 sah das sicher anders aus.:-)
    Aber es war wundervoll, nur Einheimische.
    Und das Gefühl wir würden ihren Ort einnehmen um mit deinen Worten zu schreiben kam nie auf. Na klar weiß ich das Du das überspitzt ausgedrückt hast. Aber es führte bei mir dazu mal drüber nachzudenken.:-)
    Aber nein, ich denke sie freuen sich wenn sich mal jemand „verliert“ in ihrem Restaurant. Und die paar Taler mehr in ihrer Kasse zaubern sicher auch ein Lächeln in ihr Gesicht am Abend.Dazu kommt das uns ein Gefühl umgibt dabei von Zeigern die langsamer Ticken auf der Uhr.
    Das ist für uns einfach nur schön.
    Gestern Abend im typischen Tourirestaurant an der Küste. Gestresster Kellner…Wenig freundlich. Da ist man eben als Gast einer von vielen der vielleicht nie wieder kommt…
    Trotz dieser Tage in Spanien in denen wir schon motiviert sind auch das „andere“ Spanien zu sehen, und dieses wunderbare kleine Hotel in dem wir immer noch am Pool alleine liegen, freuen wir uns jetzt schon auf Dubai im Jan. 16.
    Im höchsten Hotel der Stadt und dann Kreuzfahrt. Das ist dann eben wieder etwas ganz anderes.
    Ich glaube es macht einfach der Mix aus diesem und jenem.
    Wir lieben Urlaub!!

    Antworten
    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Danke für die ausführliche Meinung, Christian. 🙂

      Antworten
  5. DoSchu

    Ich kam über die Blogparade Urlauber oder Reisende hierher und bin so froh, dass Du in Worte gekleidet hast, was ich bei dem Thema dachte. Muchas gracias! Als Studentin habe ich vor vielen Jahren bestimmt die Nase gerümpft und nicht verstanden, warum Menschen weit reisen, nur um sich auf ein Handtuch in die Sonne zu legen, ohne die Umgebung, Kultur und Menschen eines wahren Blickes zu würdigen. Meine Art zu reisen ist es nicht, kann es jedoch inzwischen mehr nachvollziehen. Denn im Berufsleben lernte ich viele unterschiedliche Tätigkeiten, Kollegen und Kulturen kennen, und ähnlich verschieden fallen auch die Feriengestaltungen aus. Wichtig ist, die eigenen Erholungsfaktoren sowie den persönlichen Entdeckergeist auszuloten und für das Urlaubsland verträglich umzusetzen. Schöne Ferien!

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Danke Dir! Ich sehe das genauso wie Du. 🙂

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  6. Touri

    Ja, es ist schon verrückt: Da reisen die Leute in der ganzen Welt herum – aber keiner will Tourist sein!

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Sehr wahre Worte. 🙂

      Antworten
  7. Hans

    Hallo Janina,

    vor ein paar Tagen habe ich in der Süddeutschen genau dazu einen Artikel gefunden – mit einem herrlichen Video von Cloud of Ash.

    Zitate „Bloß nicht als Tourist erkannt werden, schon gar nicht als deutscher. Kein Sonnenhut. Keine Socken. Auch nicht in normalen Schuhen, man weiß ja nie. Nichts ist erniedrigender als der Gang ins Tourismusbüro….Bei den Einheimischen ist er genauso unbeliebt wie das Original. Deshalb sollte man zukünftig im Urlaub doch wieder lieber auf die Stadtkarte schauen und den Kopf in den Nacken legen, wenn man ein Gebäude schön findet. Denn eigentlich freuen sich Einheimische darüber am meisten: wenn man ihre Stadt bewundert.

    http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/593589/Gestatten-der-deutsche-Hipster-Tourist

    Was ist daran individueller, den „Insider Tipps“ von Blog XYZ zu folgen – und dann gemeinsam mit allen anderen „Reisenden“ im gleichen gerade ach so hippen Land, Dorf, Restaurant, o.ä. zu landen? Was haben noch intakte dörfliche Strukturen davon, wenn Sie durch Horden von „Reisenden“ gestört werden? Was hat die noch unberührte Natur davon, wenn auf einmal „Traveller“ durch die Berge und über Strände stapfen? Haben denn die „Reisenden“ die interkulturelle Kompetenz, wirklich in ein Gespräch mit den Menschen zu kommen? Und wer sagt, dass „Urlauber“ mit ihrer deutlich teureren Art des Reisens, das jeweilige Land nicht sehr viel besser unterstützen, als „Traveller“, die vor Ort sehr preissensitiv reisen.

    Viele Grüße

    Hans

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Danke für Deine Meinung (die im Übrigen ganz genau meine ist), Hans. Gerade den letzten Satz finde ich sehr interessant. Einen ganz ähnlichen Eindruck habe ich gewonnen. Mehrere Hotelangestellte haben schon erzählt, dass – verständlicherweise – die großen Luxusresorts tolle Löhne zahlen, während man mit dem, was man in den günstigen Hotels und Hostels bekommt, keine Familie ernähren kann. Die Luxusresorts sind daher als Arbeitgeber sehr beliebt – und dementsprechend gern gesehen sind diejenigen, die dorthin reisen.
      Da Bangkok ein Paradies für selbsternannte Reisende ist, sind wir eben solchen dort sehr zahlreich begegnet. Es war witzig, zu beobachten, wie die Thai, die auf Touristenfang waren, sich keinen Pfifferling darum geschert haben, ob an Ihnen gerade ein typischer Tourist mit umgeschnallter Kamera und Reiseführer in der Hand (so wie ich) vorbeilief, oder ein superindividueller Reisender mit Rucksack und betont desinteressiertem Blick. Jeder, der westlich aussah, wurde auf die gleiche Weise zwecks Tuk-Tuk-Fahrt, angeblich geschlossenem Tempel oder ähnlichem angequatscht. Man konnte die Empörung der „Reisenden“ jedesmal sehen. 😉

      Viele Grüße!

      Antworten

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