Meine Tipps gegen Langeweile im Flieger

Tipps gegen Langeweile im Flieger - Reiseblog

Langstreckenflüge können gelegentlich schon mal zur Qual werden. Die Zeit vergeht in der Regel gefühlt halb so schnell wie sonst, und die Mahlzeiten könnten sowohl reichlicher als auch häufiger sein. Auf Flügen über zehn Stunden steht dann bei mir auch in der Regel pünktlich zur Halbzeit der Flugzeugkoller an. Da kann sogar der Gang zur Toilette zum unterhaltsamen Zeitvertreib, und der Umstieg nach elf Stunden zum Erlebnis werden. Allerdings gewöhnt sich der Mensch ja erfahrungsgemäß an vieles, unter anderem auch an Langstreckenflüge. Was ich so mache, um auch auf der Langstrecke unterhalten zu bleiben, verrate ich Euch anhand meiner persönlichen Maßnahmen gegen Langeweile im Flieger.Tipps gegen Langeweile im Flieger - Reiseblog

Ich nehme meine eigenen Kopfhörer mit.

Die kostenlosen Kopfhörer, die man auf Langstreckenflügen bekommt, um das Bordprogramm nutzen zu können, sind meiner Erfahrung nach in etwa so effektiv, als würde man sein Ohr an den Bildschirm pressen. Abgesehen von Rauschen kommt nämlich leider meistens nur wenig raus. Aus diesem Grund packe ich immer meine eigenen, guten Kopfhörer ein. Am liebsten gucke ich übrigens Serien, und habe dank Langstreckenflügen schon die eine oder andere Staffel geschafft.

Ich schnappe mir jede kostenlose Zeitung und Zeitschrift, die mich nur annähernd interessiert.

Eigentlich bin ich eine Leseratte. Ohne Buch fühle ich mich leer, und ich kann immer und überall lesen – zum Beispiel auf dem Crosstrainer im Fitnessstudio. Blöderweise hat sich mein Gehirn dazu entschieden, dass es sich in Flugzeugen nicht auf Bücher konzentrieren kann. Da hätte ich tatsächlich mal eine Chance, ein Buch in einem Rutsch durchzulesen, aber mein Kopf spielt aus irgendeinem Grund nicht mit. Erklären kann ich es mir nicht, aber beim Fliegen kann ich mich irgendwie nicht ausreichend vertiefen und muss jede Seite fünfmal lesen. Deshalb muss leichte Lektüre mit vielen Bildern her. Darum nehme ich mir gerne die Zeitungen und Zeitschriften mit, die beim Einsteigen angeboten werden. Dabei bin ich übrigens deutlich weniger wählerisch als am Boden. Irgendwie muss man sich ja die Zeit vertreiben. In einer besonders dunklen Flugstunde habe ich mich sogar schon einmal dem Playboy gewidmet, den mein Sitzvorgänger dagelassen hatte.Tipps gegen Langeweile im Flieger - Reiseblog

Ich zelebriere die Mahlzeiten, und habe immer einen Extra-Nachtisch dabei.

Normalerweise gehöre ich zur Kategorie Schnellesser. Im Flieger ist das Gegenteil der Fall. Während die meisten der Passagiere schon fertig sind, schneide ich gerade erst mein Brötchen (das ich mir vorher auf der Aluverpackung des Hauptgerichts aufgewärmt habe) in Scheiben. Beim Essen im Flieger lasse ich mir richtig Zeit. Das mache ich einerseits, weil die Portionen für den hohlen Zahn sind, und weil andererseits so schon wieder eine halbe Stunde des Fluges geschafft ist. Außerdem kaufe ich mir vor dem Boarding immer noch irgendeinen leckeren Nachtisch wie einen Riesencookie für günstige zwölf Dollar. Die überteuerten Süßigkeiten sind für mich immer jeden Cent auf Langstreckenflügen wert, denn an so einem Riesencookie isst man auch erstmal eine Weile.

Ich studiere die Flugroute.

90 Prozent meines Geographiewissens habe ich von meinen Flügen. Während Erdkunde früher immer mein Hassfach in der Schule war, fühle ich mich dank vieler Flüge mittlerweile ziemlich heimisch auf der Weltkarte. Auf den Monitoren am Sitz (oder falls diese nicht vorhanden sind im Bordmagazin) kann man sich immer die Flugroute ansehen, was für mich zur Tradition auf jedem Flug gehört. Ich gucke mir jedes einzelne Land inklusive Hauptstadt und Nachbarländern an, oder versuche vorab die Länder zu erraten, die wir überfliegen werden. Nach einer ganzen Staffel The Middle braucht mein Hirn einfach etwas Förderung.Tipps gegen Langeweile im Flieger - Reiseblog

Ich spiele exzessiv das, wozu ich sonst nie Zeit habe.

Meistens enthält das Bordprogramm eine große Auswahl an Spielen wie Sudoku, Mahjong oder Schach. Wofür ich sonst nie Zeit habe, das tue ich dafür im Flugzeug exzessiv: Spielen. In verschiedenen Schwierigkeitsstufen, immer und immer wieder. Meistens tue ich das zum Ende des Fluges hin, wenn alle interessanten Serien geguckt wurden, und ich die Flugroute rückwärts aufsagen kann. Und ja, es gab schon Situationen, in denen ich die Landung lieber noch etwas hinausgezögert hätte, weil ich mein Sudoku noch nicht vollständig gelöst hatte.

Ich fliege übermüdet.

Für diese Maßnahme entscheide ich mich in der Regel nicht bewusst, aber sie ist mein Meistertrick. Meistens ist vor der Abreise noch so viel zu tun, und gelegentlich sind auch die Abflugzeiten so früh, dass ich in der Nacht vor dem Abflug oft nur sehr wenige Stunden schlafe. Und auch bei der Rückreise bin ich immer ziemlich kaputt von den erlebnisreichen Tagen. So fallen mir häufig schon auf der Startbahn die Augen zu. Verschlafene Flüge sind in meinen Augen gute Flüge. Je mehr Zeit man verschlummert, desto weniger Stunden muss man mit der ersten Staffel von Breaking Bad oder mit Mahjong füllen.Tipps gegen Langeweile im Flieger - Reiseblog

Flüge sind für mich nicht ein notwendiges Übel, um von A nach B zu kommen, sondern für mich sind sie Teil der Reise. Deshalb versuche ich sie – den Möglichkeiten entsprechend – halbwegs sinnvoll zu nutzen. Und wenn alle vorherigen Maßnahmen fehlgeschlagen sind, dann starre ich einfach aus dem Fenster und träume von den Gegenden, die ich dort sehe, oder von der bevorstehenden beziehungsweise zurückliegenden Reise.

4 Kommentare

  1. Kaja

    Die Langeweile auf den Langstreckenflügen kenne ich nur zu gut.. Lebe in Hong Kong und wenn wir mal nach hause fliegen sind wir schin gut 15 Stunden unterwegs. Bei meinem letzten Flug hatten wir WLAN for free, das war mal eine willkommene Abwechslung!

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Oh, das war sicherlich super. Sonst sind die WLAN-Preise in der Luft ja immer relativ utopisch.

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  2. Johannes

    Das mit dem Brötchen auf dem Aludeckel aufwären ist eine super Idee! Zum Spielen bin ich meist zu faul, aber bei mir hilft auch ein Schnulzenfilm oder eine seichte Komödie, bei der es egal ist, wenn man die Augen schließt und nur etwas „mithört“, um einzuschlafen.

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    1. JaninaJanina (Beitrag Autor)

      Du sagst es. Seicht muss es im Flieger zwangsläufig sein. 🙂 Einmal habe ich mir Captain Phillips angeguckt, während wir über Somalia und das Horn von Afrika geflogen sind. Wach war ich dann erstmal für die nächsten Stunde. 😉 Dabei war der Schlaf schon so fest eingeplant.
      Liebe Grüße!

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