Meine Begegnung mit Snoop Dogg in New York

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Wenn ich an die Stars meiner Jugend denke, ist einer auf jeden Fall dabei: Snoop Dogg. Ich war nahezu vernarrt in seine Musik, und fand ihn einfach extrem cool. Irgendwie durchgeknallt, aber cool. Dementsprechend begeistert war ich, als mein Mann und ich an einem Abend im September 2012 unser Hotel am Times Square in New York verließen, und plötzlich an Snoop Dogg vorbeispazierten. Ganz lässig stand er mit einigen Begleitern (die alle ähnlich gekleidet waren wie er) vor dem Eingang eines Hotels. In dem Moment, als mein Mann und ich ihn entdeckten und uns ungläubig anstarrten, hörten wir um uns herum schon die ersten Rufe: „Is that Snoop Doooooooooogg?“ Ja, er war es tatsächlich.

So gerne wollte ich ein Foto mit Snoop Dogg, aber irgendwie war es mir dann doch zu peinlich, vor so vielen Leuten zu ihm zu gehen und zu fragen. Fangirl rauf oder runter – ich konnte mich einfach nicht dazu überwinden. Also entschlossen wir uns, ihn und seine Freunde von der gegenüberliegenden Straßenseite ein bisschen zu beobachten, während wir ein paar frische Cookies aßen. Wenn noch nicht in diesem Moment, so war ich spätestens zwei Minuten später heilfroh über diese Entscheidung. Mit einem Mal hatte sich nämlich eine riesige Menschenmenge vor dem Hotel versammelt. Keine Ahnung, wo all die vielen Leute so plötzlich herkamen. Aber sie waren da, und drängten Richtung Snoop Dogg. Anstatt sich zurück ins Hotel zu verziehen, entschieden er und seine Gang sich für die Flucht nach vorne. Direkt über den Times Square. Irgendwie war absehbar, dass diese Idee nicht die schlauste war. Voller Faszination haben wir dann beobachtet, wie Snoop Dogg nach einigen Ausweichmanövern im Stechschritt in den Eingang von Sephora (ein Kosmetikladen, neben dem wir zufällig standen) flüchtete. Die Fanmassen mussten draußen bleiben, und Snoop alias Snoop Doggy Dogg alias Snoop Lion alias Snoopzilla war erstmal in Sicherheit. Wir waren hochgradig amüsiert.

Doch die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende: Am nächsten Abend waren wir unterwegs zu einem Restaurant, und plötzlich stand Snoop Dogg neben uns an der Ampel. Diesmal alleine. Wieder im altbekannten Trainingsanzug mit den drei Streifen. Kurzer Umgebungscheck: In der Nähe waren nicht allzu viele Menschen. Also habe ich mich überwunden und ihn angequatscht. Mann, war der Typ crazy. Auf die Frage, ob ich ein Foto mit ihm machen darf, hat er ziemlich viele, sehr verwirrende Dinge gefaselt. Irgendetwas über Werbeverträge, sein Image, und sein Management. In der Zeit hatte mein Mann natürlich geistesgegenwärtig auf den iPhone-Auslöser gedrückt. Wie man auf dem Foto deutlich erkennt, kann ich nicht leugnen, dass ich ziemlich begeistert war.Begegnung mit Snoop Dogg Reiseblog

Allerding war die Begegnung mit Snoop Dogg für mich so ein typischer Moment, in dem das verklärte Bild, das man oft von Menschen hat, die man nur aus den Medien kennt, plötzlich bröckelt. Snoop Dogg, den ich seit meiner Jugend einfach megacool fand, war in Wahrheit ein schon etwas in die Jahre gekommener Mann, der irgendwie den Eindruck machte, als ob sein Lebensstil ihn ziemlich mitgenommen hat. Die Begegnung war deshalb für mich gleichzeitig ein bisschen traurig und enttäuschend. Nicht, weil er kein Foto mit mir machen wollte. Das konnte ich verstehen. An seiner Stelle hätte ich wahrscheinlich auch keine Lust, mich ständig mit Fans ablichten zu lassen (außerdem habe ich ja doch noch ein ziemlich cooles Foto bekommen). Nein, die Begegnung war deshalb ernüchternd, weil die legendäre Hip-Hop-Größe so von Angesicht zu Angesicht plötzlich in erster Linie ein nicht mehr ganz junger Mann war, der noch immer Adidas-Trainingsanzüge trug, und bei dem das Thug Life eindeutig Spuren hinterlassen hatte. Trotzdem war es sehr cool für mich, dass die Stimme, die in so vielen meiner liebsten Lieder vorkam, und die mir so bekannt war, einmal zu mir persönlich gesprochen hat. Ja, die Stimme zu hören war im Nachhinein gesehen am einprägendsten für mich.

Übrigens sind wir Snoop Dogg in den darauffolgenden Tagen noch mehrmals über den Weg gelaufen. Er trug jedesmal seinen Adidas-Trainingsanzug – mal in Schwarz und mal in Hellblau – und stand mit seiner Gang meistens vor irgendwelchen Geschäften am Times Square. Irgendwie hat er ein bisschen gewirkt, als suche er die Aufmerksamkeit ganz bewusst. Nach einigen Tagen war es für uns völlig normal, abends an Snoop Dogg vorbeizulaufen, und wir haben nur noch kurz erwähnt: „Guck mal, da steht schon wieder Snoop Dogg.“ Scheinbar waren wir nicht die einzigen, die sich an den berühmten Gast gewöhnt hatten. Wir haben doch tatsächlich an einem der Abende folgenden Satz von vorbeieilenden Passanten gehört: „There’s Snoop. Again.“Begegnung mit Snoop Dogg Reiseblog

 

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